Kaffee gleicht Schlafmangel aus
Geschrieben am 29. Juli 2008 | Abgelegt unter Kaffeenews
Bäcker und andere Frühaufsteher sind es gewohnt, Studenten kennen es oft nicht, doch den meisten Menschen ist es zu ihrem Leidwesen ein Begriff: Schlafmangel. Der Tag ist einfach viel zu kurz, um alles erledigen zu können, was man so vorhatte. Man kommt immer erst mitten in der Nacht ins Bett, in schlimmen Fällen alkoholisiert und noch später. Und dann beginnt in den seeligen Momenten des absoluten Tiefschlafs der Wecker seine Mission zu starten. Wer selbigen nicht schnellstmöglich gegen die nächste Wand befördern kann oder ihn mit anderen Methoden zum Stillschweigen verdonnert, wird sich über kurz oder lang aufrappeln müssen. Dem warmen Nest entfleucht verbringt man Stunden im Bad damit, die Spuren der letzten Tage zu verbergen. Irgendwann schleppt man sich dann auf Arbeit oder tatsächlich in die Uni, um dort vor sich hin zu dämmern, bis das Mittagessen ruft. Die Zeit bis zum Feierabend wird mehr schlecht als recht mit ein paar leichten Tätigkeiten überbrückt. Da kann man nur hoffen, dass der Chef nicht plötzlich vor einem steht und eine Frage hat oder etwas sucht. Wenn doch, wird’s brenzlig. Man fängt an, in seinen Erinnerungen zu graben und ist felsenfest davon überzeugt, das Gewünschte schon vor Tagen geliefert zu haben. Richtig sicher ist man sich aber nicht (der Chef übrigens auch nicht, er ist nur in der besseren Position).
Bereits bekannt dürfte vielen (vor allem den Langschläfern) sein, dass Schlaf zur Festigung von Erinnerungen beiträgt, Schlafmangel dagegen nicht nur für Übellaunigkeit und ein etwas entstelltes Äußeres sorgt, sondern auch die Gedächtnisleistung, sofern vorhanden, behindert. Forscher der Universität Lübeck fanden heraus, dass uns Hirn bei Schlafentzug Erinnerungen nur ungenau abrufen kann. Das ist ja alles gut und schön, doch zwei Fragen kommen mir dabei sofort in den Sinn:
1. Prima, dass ich die Ursache jetzt kenne, doch was kann ich denn unternehmen, um zu verhindern, dass ich mich ständig an was erinnere, was entweder so gar nicht passiert ist oder überhaupt nicht zum Thema gehört?
2. Was hat das bitteschön mit unserem Kaffee zu tun??
Nun, Frage 1 lässt sich relativ leicht beantworten: Schlafen. Der Ausgleich des Schlafmangels sorgt dafür, dass sich die Ungenauigkeiten in den Erinnerungen wieder verringern. Gut, dürfte jedem bekannt sein, der wie ich der festen Überzeugung ist, dass man das unter der Woche angesammelte Schlafdefizit mit einem Schlafmarathon von Freitag Nacht bis Samstag Nachmittag wieder ausgleichen kann.
Die Antwort auf Frage 2 hat der geneigte aufmerksame Leser bereits in der Überschrift entdeckt. Ja, auch eine Tasse hat ähnlichen Effekt wie mein Schlafmarathon. Und damit kommen wir auch heute wieder zu dem Schluss, dass Kaffee alles andere als ungesund ist. Eine Frage bleibt allerdings doch noch offen: Wenn man sich bei zuwenig Schlaf an Dinge erinnert, die nie passiert sind, was passiert dann bei zuviel Schlaf in Verbindung mit Kaffee? Erinnert man sich dann an Sachen, die passieren werden?
Bildquelle: ©Sassi/Pixelio www.pixelio.de
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